Einladung

Inmitten einer Krise die Freude suchen – ist das überhaupt möglich und ist es erlaubt? Wie können wir uns der Freude zuwenden, wenn doch alles unsicher ist und wir noch nicht wissen, wohin die Krise führen wird…

Und zugleich: Freudlosigkeit schwächt uns, macht uns krank und führt niemals zu guten Lösungen. Gerade in schwierigen Zeiten, in denen wir sowieso schon mit Problemen und Herausforderungen zu kämpfen haben, brauchen wir Wege, um unser seelisches und körperliches Wohlbefinden aufrecht zu erhalten und uns zu stabilisieren. Und so ist die Erkenntnis nicht neu, und muss doch immer wieder erneuert werden: Jede Krise gibt uns Anlass, bewusst nach dem Ausschau zu halten, was uns innerlich nährt. Zeiten, in denen die äußeren Bedingungen wenig Anlass zur Freude geben, lassen uns Ausschau halten nach dem, was uns wirklich trägt. Dies kann nur gelingen, wenn wir lernen, das sanfte Licht der inneren Freude, das zu allen Zeiten in uns ist, zu hüten und zu stärken.

Zugang zur inneren Freude, die Hand in Hand mit Freundlichkeit, Klarheit, Mut und Mitgefühl geht, führt über den Weg der Achtsamkeit. Achtsamkeit hilft uns, auf heilsame Weise mit Belastungen umzugehen und auch in schwierigen Zeiten das Gute und Freudige, das auch immer da ist, zu erkennen und bewusst in uns aufzunehmen.

Inmitten der Krise brauchen wir einen inneren Ort der Sicherheit und der Freude, um das Leid, das ensteht, aussprechen und anhören zu können. Wir brauchen einen Ort, an dem sich unser Mitgefühls vertiefen kann, um zu heilen, was verletzt, beschädigt und verwundet wird.

Nichts Äußeres kann uns die Verantwortung dafür abnehmen, diesen Weg nach innen selbst zu gehen. Andere, die ihn vor uns gegangen sind, können uns Orientierung geben – als Beispiele dafür, dass dieser Weg betreten werden kann. Ihre Erkenntnisse können Wegweiser sein, sie nachzuahmen ist für den eigenen Prozess nicht förderlich.

Achtsamkeit, die uns leiten kann, ist eine in uns Menschen angelegte innere Qualität. Wir müssen nichts machen, um sie zu erlangen, sie ist schon da. Wenn wir offen werden und uns ihr mit aufrichtigem Interesse zuwenden, öffnet sie die Tür zur inneren Freude. Es braucht nur die Achtsamkeit, um der inneren Freude Nahrung zu geben und sie zu stärken.

Nur aus der inneren Freude heraus können wir Gutes und Hilfreiches in die Welt bringen, Veränderungen Raum geben, Wahrheiten aussprechen und uns mitfühlend zuwenden. Mit freundlicher Aufmerksamkeit bei dem sein, was kommt und bei dem, was gehen will. Wir selbst sind es, die dem inneren und dem äußeren Wandel Raum geben – und dem Vertrauen auf ständige Erneuerung hin zum Guten.

j.g.
Foto: Pixabay