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Einladung

Wenn auch in diesen Tagen noch ganz unklar ist, wohin uns die momentane Krise führen wird, so zeigt sich doch, wie entscheidend es jetzt ist, unser körperliches und seelisches Wohlbefinden aufrecht zu erhalten, uns zu stabilisieren und Wege zur inneren Freude kennenzulernen. Freudlosigkeit schwächt uns und macht uns krank. Innere Freude dagegen ist wie ein beständiges, sanftes Licht, das uns stärkt und von äußeren Umständen unberührt bleibt.

Der Zugang zur inneren Freude, die Hand in Hand mit Freundlichkeit, innerer Klarheit, Mut und Mitgefühl geht, führt über den Weg der Achtsamkeit. Achtsamkeit hilft uns, auf heilsame Weise mit Belastungen umzugehen und auch in schwierigen Zeiten das Gute und Schöne, das auch immer da ist, zu erkennen und bewusst in uns aufzunehmen.

Inmitten des äußeren Wandels brauchen wir einen inneren Ort der Sicherheit und der Freude, um das Leid, das in dieser Krise ensteht, aussprechen und anhören zu können. Wir brauchen einen Ort, an dem sich unser Mitgefühls vertiefen kann, um zu heilen, was jetzt verletzt, beschädigt und verwundet wird.

Und so ist die Erkenntnis nicht neu, und muss doch immer wieder erneuert werden: schwierige Zeiten geben uns Anlass, bewusst nach dem Ausschau zu halten, was uns innerlich nährt. Zeiten, in denen die äußeren Bedingungen wenig Anlass zur Freude geben, lassen uns Ausschau halten nach dem, was uns wirklich trägt und nährt. Dies kann nur gelingen, wenn wir Verantwortung übernehmen und lernen, das sanfte Licht der inneren Freude, das immer da ist, zu behüten und zu stärken.

Nichts Äußeres kann uns die Verantwortung dafür abnehmen, diesen Weg zu gehen. Andere, die ihn vor uns gegangen sind, können uns Orientierung geben – als Beispiele dafür, dass dieser Weg betreten werden kann. Ihre Erkenntnisse können Wegweiser sein, sie nachzuahmen ist für den eigenen Prozess allerdings nicht förderlich.

Achtsamkeit, die uns leiten kann, ist in uns bereits als eine innere Qualität angelegt. Wir müssen nichts machen, um sie zu erlangen, sie ist schon da. Wenn wir offen werden und uns mit freundlichem Interesse zuwenden, öffnet sich eine Tür. Es braucht nur die Achtsamkeit, um der inneren Freude Nahrung zu geben und sie zu stärken.

Nur aus der inneren Freude heraus können wir Gutes und Hilfreiches in die Welt bringen, Veränderungen Raum geben, Wahrheiten aussprechen und uns mitfühlend zuwenden. Mit freundlicher Aufmerksamkeit bei dem sein, was kommt und bei dem, was gehen will. Wir selbst sind es, die dem inneren und dem äußeren Wandel Raum geben – und dem Vertrauen auf ständige Erneuerung hin zu einer Welt, die für unsere Kinder lebenswert ist.

j.g.